
Die wirtschaftliche Situation der BOGESTRA und der ÖPNV-Branche bundesweit ist von einer strukturellen Unterfinanzierung geprägt. Die Verluste der BOGESTRA haben sich seit der Corona-Pandemie massiv erhöht. Der Verlust im Jahr 2019 lag bei 60 Mio. EUR, im Jahr 2025 werden 94,6 Mio. EUR Verlust ausgewiesen. In der Folge müssen die Kommunen höhere Zuschüsse leisten (Finanzierungsbeitrag Stadt Bochum 2019: 34 Mio. EUR; 2025: 54 Mio. EUR). Den hohen Aufwandssteigerungen in den letzten Jahren – infolge von Corona Pandemie und Ukraine /Iran Krieg-, insbesondere bei den Personalkosten und im Sachkostenbereich (Energie, Material) stehen insgesamt nicht auskömmliche Verkehrserträge und Ausgleichsleistungen von Bund und Land gegenüber. Die – zwar steigenden – Fahrgastzahlen und steigende Kostendeckungsbeiträge haben das Vor-Corona Niveau trotz Einführung des verbilligten Deutschlandticket noch nicht wieder erreicht. Die bisherigen Konsolidierungsmaßnahmen des Unternehmens können die bestehende strukturelle Unterfinanzierung nicht kompensieren.
Der massiv gestiegene Kostendruck aufgrund struktureller Unterfinanzierung des ÖPNV und ausbleibender Finanzierungssäule von Bund und Land spiegelt sich in der Höhe der gestiegenen Mehrbedarfe der BOGESTRA insbesondere in der Mittelfristplanung 2027 bis 2030 wider. Bis zum Jahr 2030 wächst unter Beibehaltung des Leistungsvolumens „Netz 2020“ der Fehlbetrag auf 121 Mio. EUR. In den aktuellen Haushalt der Stadt Bochum wurde eine Deckelung des Defizits iHv. 95 Mio. EUR geplant. Daraus entsteht ein notwendiger Konsolidierungsbedarf von insgesamt ca. 68 Mio. EUR bis 2030.
Als Sofortmaßnahme hat der Rat daher ein Sparpaket in einer Höhe von 900.000 Euro pro beschlossen. Gestrichen wird etwa die sehr teure und gleichzeitig wenig genutzte Linie SB 33 von Wattenscheid an die RUB. Außerdem werden bei einigen Linien die Randzeiten ausgedünnt. Hier die Einzelmaßnahmen im Detail.
Klar ist, dass wir uns in den nächsten Jahren verstärkt und sehr grundsätzlich mit dem Angebot der BOGESTRA aber auch mit den Strukturen des Nahverkehrs im Ruhrgebiet auseinandersetzen müssen.