(re:publica2013 / Open Knowledge Foundation)

Open Data als Vorraussetzung für Open Government

 

"Transparenz und Zugang zu Informationen sind notwendige Voraussetzung für die Meinungs- und Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger; sie sind notwendige Voraussetzung für Partizipation, Teilhabe und Mitbestimmung in einer modernen, lebendigen Demokratie. Geheimniskrämerei und Undurchschaubarkeit fördern nicht nur Filz und Korruption, sie erzeugen auch berechtigte Wut bei den Bürgerinnen und Bürgern. Ohne Transparenz und Mitbestimmung fehlt staatlichem Handeln die Legitimationsgrundlage." (Grünes Blog Bürgerbeteiligung)

 

In einem Positionspapier haben die Initiativen Open Data Network und Government 2.0 Netzwerk Deutschland den Zweck von Open Data gut beschrieben:

"Der freie und ungehinderte Zugang zu den Informationen und Daten staatlicher und behördlicher Institutionen ist eine Grundvoraussetzung für die qualifizierte Entscheidung jedes Einzelnen und damit Basis für eine aktive Teilhabe mündiger Bürgerinnen und Bürger an gesellschaftlichen Prozessen. Höhere Transparenz führt auch zu mehr Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an der politischen Willensbildung und damit zu einem höheren Grad an Demokratie.

Öffentliche Daten sind nicht nur für den Einzelnen und die Allgemeinheit, sondern auch fürWirtschaft und Wissenschaft relevant. Der Zugang zu diesen Informationen hat einen direkten gesellschaftlichen Nutzen. Das Potenzial für Innovationen und der gesamtgesellschaftliche Nutzen liegen dabei auf der Hand:

  • Die Regierung wird offener und transparenter.
  • Die Verwaltungen werden bürgerorientiert, interaktiv und effizient.
  • Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft können Innovationen, neuartige Anwendungen und Dienstleistungen auf Basis dieser Daten schaffen und so einen vielfältigen und konkreten Nutzen für den Alltag der Menschen wie für dieAll gemeinheit leisten.
  • Visualisierung und bessere Verknüpfungsmöglichkeiten von Datensätzen z.B. durch die Wissenschaft ermöglichen besser fundierte politische Entscheidungen, bessere Vergleichsmöglichkeiten und einfachere Wirksamkeitsmessung verschiedener Maßnahmen.
  • Die Öffnung der Daten kann zu Wirtschaftswachstum und Schaffung neuer
    Arbeitsplätze beitragen."

 

In einem Bericht des Expertenkreises Co:llaboratory werden die Ziele von Open Data in Form von Thesen beschrieben:

  • These I: Open Data ist die Grundlage für Wissensökonomie und Informationsinfrastruktur. Wissen ist das Gold des 21. Jahrhunderts. Offene Daten sind die Infrastruktur für eine zeitgemässe und nachhaltige Wissensökonomie. Wir können es uns schlicht nicht leisten, diesen Schatz nicht zu heben und nutzbar zu
    machen.
  • These II: Open Data verändert die Demokratie. Transparenz schafft Vertrauen. Transparenz durch offene Daten macht das Handeln von Regierung und Verwaltung nachvollziehbar. Das wiederum schafft Vertrauen und stärkt die Bereitschaft der Bürger, sich politisch zu beteiligen.
  • These III: Open Data ermöglicht Dialog, Teilhabe und Zusammenarbeit. Die Öffnung von Staat und Verwaltung nach Innen und nach Außen schafft Raum für einen intensiveren Dialog und eine verstärkte Zusammenarbeit.
  • These IV: Open Data schafft Potential für Innovationen und Entwicklung. Der Zugang und das explizite Recht diese Daten nicht nur nutzen, sondern auch weiterverarbeiten und weiterverbreiten zu können, birgt ein großes
    Potential für soziale Innovationen und wirtschaftliche Entwicklung.

 

"Die Öffnung von Staat und Verwaltung nach Außen wie nach Innen, kann zu mehr Transparenz, zu mehr Teilhabe, zu einer intensiveren Zusammenarbeit und zu mehr Innovation beitragen. Regierungs- und Verwaltungshandeln sollen transparenter werden, was zu mehr Rechenschaft und Pflichtbewusstsein der Amtsträger gegenüber der Allgemeinheit führt. Dies wiederum  kann  zu  einer  stärkeren  Akzeptanz  von  Regierungshandeln  führen  und  das  Vertrauen  der  Bevölkerung  in  ihre Regierung und Verwaltung stärken."

 

 

Quellen:

Grüne Bürgerbeteiligung DemO.K.ratie

Positionspapier zur dritten Dialogveranstaltung der Perspektiven deutscher Netzpolitik
08.05.2010 – Open Data Network & Government 2.0 Netzwerk Deutschland

Internet & Gesellschaft Co:llaboratory: "Offene Staatskunst - bessere Politik durch Open Government" (Oktober 2010)

 

Weitere Materialien:

zeit-online 18.8.2010: Gebt uns unsere Daten wieder

netzpolitik.org 25.03.2011: Der kurze Frühling von OpenData

zeit-online 25.05.2011: Studie: 40 Fragen zu Open Data
Becky Hogge: Open Data Study – New Technologies

URL:http://gruene-bochum.de/themen/demokratie-netzpolitik/demokratie/open-data/open-data-ziele/