Bericht 11. Grüner Salon 3. Mai 2013

Energiewende – Kernfragen jenseits von Mythen und Legenden

Ökologie und insbesondere das Thema Energiewende bewegt die Grünen – das wurde beim 11. Grünen Salon besonders deutlich, der sicherlich zu den bestbesuchten Abenden der Veranstaltungsreihe zählte. „Energiewende – Kernfrage jenseits von Mythen und Legenden" lautete der Titel des Diskussionsabends, der direkt mit Gesprächen in kleinen Gruppen begann.

Zu den drei Behauptungen „Die Energiewende führt zur Kostenexplosion", „Wegen der Energiewende droht der Blackout" und „Die Energiewende ist im Alleingang sinnlos" tauschten sich kleine Arbeitsgruppen aus. Einhellige Meinungen gab es bei keinem der drei Punkte, viele Für und Wider wurden genannt: „Nur bei den Erneuerbaren Energien zahlt der Konsument alle Kosten, die Altlasten aus der Atomenergie trägt der Steuerzahler", kommentiert ein Teilnehmer die vermeintliche Kostenexplosion. „Energieverbrauch muss intelligent geplant werden, dann gibt es auch keinen Blackout", meint ein anderer Teilnehmer. „Vorreiterrolle ja, Alleingang nein", äußert sich ein weiterer zur dritten Behauptung.

Wolfgang Cordes, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, zeigt in seinem Vortrag Fakten zur Energiewende aus kommunaler Sicht, zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und den Folgen für den Endverbraucher auf. „Schon vor Einführung des EEG sind die Experten von einer Kostensteigerung der Strompreise ausgegangen", so Cordes. Die Preise sämtlicher Energien wie Heizöl, Benzin und Erdgas sein in den vergangenen Jahren gestiegen. „Aber wenn wir die Energiewende nicht schaffen, wird der Strompreis überproportional steigen."

Anschließend konnten die Teilnehmer im sogenannten Fishbowl-Format diskutieren. Wolfgang Cordes saß auf dem Podium und rotierend konnten immer drei Gäste dazu kommen, Fragen stellen oder ihre Meinung äußern. Das Format wurde gut angenommen und Themen wie Grundlastproblematik, Kohlekraftwerke und Ausrichtung der Stadtwerke Bochum zur Energiewende wurden kontrovers diskutiert. Deren Geschäftsführer Bernd Wilmert äußerte in einem Zeitungsinterview, dass die Energiewende für Verluste des Unternehmens verantwortlich sei. „Wir Grünen suchen das Gespräch mit den Stadtwerken, sie sind eine wichtige Größe in dieser Stadt", erklärte der Sprecher der Bochumer Grünen Ralf Lottmann, „aber wir müssen gemeinsam mehr inhaltlichen Druck machen, um die Energiewende auch in Bochum durchzusetzen."

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